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Die Erinnerung festhalten

Die Erinnerung festhalten

Erinnerungen festhalten

Der Wert von Fotos hat aufgrund der mobilen Endgeräte, die in unsere Hosentaschen passen enorm abgenommen. Ist das so? Weit verbreitet der Vorwurf an die Technik, dass wir den Moment nicht mehr genießen können und Sklaven unserer persönlichen Mini-Technik sind.

Vor einigen Jahren noch, war der Moment der Fotoaufnahme eine ganz Besonderer: Familienmitglieder und Freunde stellten sich akkurat zum Gruppenfoto auf, um eine Erinnerung an den tollen gemeinsamen Tag festzuhalten. Doch dann war man wieder ganz bei den anderen; quatschte und tanzte, aß und trank und genoss die Gesellschaft.

Heute wird nur noch aus der Hüfte fotografiert, um es in Sekunden auf sämtlichen Social-Media Kanälen zu teilen und allen, die gerade nicht dabei sind zu zeigen wie gut man es hat.

Aber ich will hier gar nicht das Internet verfluchen, sondern nur mal kurz Inne halten und die Bedeutung des Fotos nochmal überdenken: Wann zückst Du Dein Handy aus der Tasche, um schnell ein Foto zu machen? Oder verwendest Du auch noch eine richtige Kamera? Und wenn ja, wann? Ist es nicht so, dass Du dann diesen Moment für die Ewigkeit festhalten möchtest? Doch ist es tatsächlich nur das “Abbild” und das Arrangement der Personen und Gegenstände, die diese Momente so besonders machen? Oder sind es nicht die Gefühle und Emotionen, die die tragende Rolle spielen?

Schnapp Dir doch mal am Ende eines besonderen Tages Dein Tagebuch / Skizzenbuch oder einfach ein Blatt Papier. Nimm Dir ein bisschen Ruhe und Zeit und versuche dich an die Momente zu erinnern, die Du erlebt hast. Fühle in Dich hinein und rufe Dir Deine Gefühle hervor, die Du gespürt hast. Und dann zeichne und kritzle, male nur mit Farben, lasse Skizzen und Strukturen auf Deinem Blatt erscheinen, reiße Fotos aus Zeitschriften aus und klebe und arrangiere sie neu. Bis ich DAS Gefühl wieder da ist.

Ich selber erlebe, dass ich Jahre später die Seiten wieder öffne und dann tatsächlich wieder ganz genau da bin, wo ich damals war. Ich kann die Erinnerung quasi wie einen Film abrufen und spüre, rieche, höre und fühle.

Dafür brauche ich keine Kamera. Dafür habe ich meine Hände, meine Kreativität und meine Erinnerung.