Methodenkoffer #2: Das Innere Kind in der Kunsttherapie

Ein Streifen Farbe in Orange mit Überschriftn zum Blogartikel das Inner Kind

Methodenkoffer #2: Das Innere Kind in der Kunsttherapie

Die zweite Folge des Methodenkoffers widme ich der Arbeit mit dem Inneren Kind.

Die Innere Kind Arbeit findet mittlerweile in einem breiten Spektrum von Schamanismus, Coaching bis hin zur Psychotherapie Anwendung. Den Ursprung vieler inneren Konflikte sahen schon Freud und Jung.

Diesmal habe ich mich auf einen kleinen Einstieg konzentriert, der auch gut als Einstieg bei kreativen Blockaden eingesetzt werden kann. Denn der Zugang zum Inneren Kind, die Erinnerung an “spielerische” Tage kann den Zugang zur eigenen Kreativität öffnen.

 

Der Methodenkoffer ist ein Tool, dass ich gerne Menschen an die Hand geben möchte, die kunst- und kreativtherapeutisches Interesse haben: zunächst einmal für alle, ob Du professionell pädagogisch, sozial oder therapeutisch arbeitest oder ob Du einfach Interesse an dem Thema hast.

Vielleicht regt es dich an tiefer in das Thema zu gehen oder gibt dir einfach eine ersten Überblick. Wichtig ist, dass du gerne spielerisch die Methoden ausprobieren kannst, diese aber nicht zur Selbsttherapie geeignet sind oder für Laien. Die Verantwortung liegt bei der/m VerwenderIn, nicht bei der Verfasserin.

Das Innere Kind ist ein integrativer Ansatz, der verschiedene psychotherapeutsche Schulen wie bspw. die innere Kind Arbeit in Verhaltentherapie und in der tiefenpsychologisch fundierten Therapie verbindet.

Sowohl Sigmund Freud als auch C.G. Jung und die Analytische Psychologie arbeiten methodenübergreifend und auf die Rückbeziehung früher kindlicher Erfahrungen.

Die Arbeit basiert auf ungeklärten emotionalen Zuständen, die in der inneren Kind Arbeit mit Emotionen aus der Kindheit “kurzgeschlossen” sein können. Die Verbindung ist KlientInnen unklar und muss in der Inneren Kind Arbeit geschlossen werden.

Wichtig ist, dass das “Innere Kind” ein Konzept und kein Realer Zustand ist. Wichtig ist, dass KlientInnen diese Unterscheidung verstehen. Gerade in der Arbeit mit Traumatisierungen muss vorab ein Safe Space erarbeitet werden. Grundsätzlich kann die Innere Kind Arbeit bei Traumatisierungen fruchtbar eingesetzt werden, ist aber nur von Erfahren TheraepeutInnen zu behandeln.

 

Das Konzept des Inneren Kind besteht auf folgenden Punkten:

 

  1. Es ist ein Subsystem der Persönlichkeit, d.h. der oder die KlientIn denkt, fühlt oder hanelt in dem Moment wie “ein Kind”, dass die Situation erlebt.
  2. Es ist ein neurobiologisches und neuronales Netzwerk, welches besonders im impliziten und biografischen Gedächtnis verankert ist.
  3. Es ist ein komplexes System aus Kognition, Gefühlen und Erleben
  4. Im Kern ist es ein energetisierendes Bedürfnis
  5. Und ein eigenes Erleben aus der eigenen Biografie. Diese verletzen Bedürfnisse und Gefühle sind im Zentrum und wollen geheilt werden.
  6. Es ist aktuell nicht mehr ganz passend, d.h. das es ein vergangenes Erlebnis ist und eigentlich nicht in die Gegenwart gehört.
  7. Es gibt mehrere “Innere Kinder” wie bspw. das Innere Team.
  8. Das Innere Kind Ist am aktuellen Problem oder Symptom beteiligt. Es ist ein nicht-abgeschlossener Erlebter Zustand aus der Kindheit, der heute noch symptomatisch wirkt und belastet. Der Zugang dazu ist als Erwachsener nicht ganz klar, Verletzungen von damals wirken heute noch an!

Die Innere Kind Arbeit Kunst- und Kreativtherapeutisch umzusetzen ist eine gelungene Symbiose: der kreative Zugang zu inneren Prozessen, Imaginationen kreativ zu verbildlichen, Innere Bilder aus der Kindheit, eigene Vorstellungen, unverarbeitete Erlebnisse bildlich Darzustellen unterstützt den Prozess.

Wichtig ist, dass diese Methoden nicht mit Menschen angewendet werden, die traumatische, v.a. früh-kindliche, erlebt haben.

Mit folgender Methode kannst Du einen Zugang zu dem Inneren Kind der KlientInnen schaffen. So kannst Du einen Einstieg in die Innere Kind Arbeit gestalten oder die Methode als allgemeine Aktivierungsübung, um einen spielerischen Zugang zu sich selber bei den KlientInnen anregen.

Ich habe den Artikel und die Methode habe ich für dich in einem Handout zusammengefasst, dass hier zum Download bereit steht:

👉🏼 #2Methodenkoffer_InnereKind

Zum Abschluss habe ich noch Materialempfehlungen zum kunsttherapeutischen Arbeiten zusammengestellt:

👉🏼 Materialempfehlung für Kunsttherapeutisches Arbeiten

 

Gerne kannst Du dich bei Fragen oder Feedback auch an mich wenden, schreib mir doch eine Nachricht

 

Haftungsausschuss

Jede psychische Erkrankung muss von einem/r FacharztIn und / oder PsychotherapeutIn diagnostiziert, behandelt und begleitet werden. In individuellen Fällen kann es Sinn machen mit weiteren Therapien zu ergänzen bspw. Ergo- und Physiotherapie, Osteopathie, Ernährungsberatung, Musik- oder Kunsttherapie, uvw.

Bitte sehen Sie dringend davon ab sich mit diesen Methoden selbst zu behandeln. Haben Sie das Gefühl , dass es Ihnen nicht gut geht, wenden Sie sich an eine Vertrauensperson und / oder an den / die HausärztIn.

Auch folgende Nummern können Ihnen im Notfall helfen:

  1. ärztlichen (psychiatrischen) Bereitschaftsdienst (bundesweite Tel.: 116 117),
  2. Telefonseelsorge www.telefonseelsorge.de anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und
    Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 – 1110111 oder 0800 – 1110222
  3. Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ www.nummergegenkummer.de
    kostenlose Beratung von Mo bis Fr 15.00 bis 19.00 Uhr unter der bundesweiten Telefonnummer: 0800 – 111 0 333

Die vorgestellte Methode kann als Leitfaden eingesetzt werden und im professionellen Kontext individuell für die eigenen Arbeitszwecke erweitert und ergänzt werden und dient als Anregung für das eigene Arbeiten.

Die Verantwortung für die Behandlung liegt bei/m der einzelnen TherapeutenIn, der / die die spezifischen Bedürfnisse seiner Klienten versteht. Diese Methode zum Einsatz in Kunsttherapie sollte nicht als vordefinierte Richtlinie zur Behandlung eines Klienten angesehen werden und angewendet werden. Es nimmt Ihnen nicht die Verantwortung in ihrem eignen therapeutischen, begleitenden und / oder supervisorischen Kontext für Ihre Klienten.