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Einheit der verschiedenen Hände

Transkulturelle Kunsttherapie
in Aachen

Wir leben in Verhältnissen, die nicht neutral sind. Migrationsbiografien, Rassismuserfahrungen, transgenerationale Weitergaben. Das alles prägt, wie wir uns in der Welt erleben. 

Was transkulturell bedeutet

Transkulturell bedeutet nicht, dass Kultur als festes Merkmal behandelt wird, das Menschen von außen zugeschrieben wird. Es bedeutet das Gegenteil: Identitäten sind vielfältig, widersprüchlich, in Bewegung. Menschen tragen viele Zugehörigkeiten gleichzeitig und keine davon erklärt eine Person vollständig.

Kultursensibel zu arbeiten bedeutet für mich: die eigenen Annahmen zu kennen und zu hinterfragen, strukturelle Bedingungen mitzudenken und einen Raum zu schaffen, in dem Ihre Realität, wie auch immer sie aussieht, ernst genommen wird.

„Was als individuelle Belastung erscheint, hat oft auch eine gesellschaftliche Dimension. Beides zugleich zu sehen, ist Teil meiner Arbeit."

Themen, die hier Raum haben

Transkulturelle Kunsttherapie richtet sich an Menschen, deren Lebensrealität von Bewegung, Grenzüberschreitungen und gesellschaftlicher Positionierung geprägt ist, in welcher Form auch immer.

Bilderrahmen

Migrationsbiografien

Das Leben zwischen verschiedenen kulturellen Kontexten, Sprachen und Zugehörigkeiten mit allem, was das bedeutet: Verlust, Ankommen, Doppelleben, Übersetzungsarbeit.

1

Transgenerationale Erfahrungen

Manches wird nicht ausgesprochen und trotzdem weitergegeben. Familiengeschichten, kollektive Traumata, kulturelle Prägungen, die sich erst im Rückblick zeigen.

3

Rassismus­erfahrungen

Alltäglicher Rassismus und strukturelle Diskriminierung hinterlassen Spuren: im Körper, in der Selbstwahrnehmung, in Beziehungen. Diese Erfahrungen werden hier in ihrem Kontext verstanden.

2

Flucht und Vertreibung

Fluchterfahrungen umfassen Verluste, Brüche und erzwungene Neuanfänge. Die Begleitung in diesem Bereich ist Teil meiner Forschungsarbeit im Projekt ACCEPT ART.

4

Warum Kunsttherapie?

Sprache ist niemals neutral. Sie ist kulturell geformt, sie hängt an Machtverhältnissen, und sie stößt an Grenzen, besonders wenn es darum geht, Erfahrungen auszudrücken, für die es in der Mehrheitsgesellschaft keine angemessenen Worte gibt.

Der kreative Prozess eröffnet einen anderen Weg. Bilder, Formen, Farben sprechen über Sprachgrenzen hinaus. Sie erlauben Vieldeutigkeit. Sie erzwingen nichts. Und sie gehören Ihnen unabhängig davon, wie gut Sie die Sprache des Gegenübers sprechen.

Gleichzeitig weiß ich: Auch in der Kunsttherapie ist nichts neutral.

 

Farben tragen kulturelle Bedeutungen. Symbole sind kontextgebunden. Materialien erzählen etwas über Zugänge, Privilegien, Vertrautheit. Was in einem kulturellen Rahmen als einladend gilt, kann in einem anderen fremd oder ausschließend wirken.

Ich bin mir dieser Aufladungen bewusst und versuche sensibel damit umzugehen. Das bedeutet: Ich setze keine Bedeutungen voraus. Ich frage nach. Und ich gestalte das Material- und Methodenangebot so, dass es Ihrer Wirklichkeit begegnet.

Bunte Farbe
„Das Bild muss nichts erklären. Es darf einfach da sein — und trotzdem mehr sagen, als Worte könnten. Was es bedeutet, bestimmen Sie."

Meine Haltung

Ich arbeite rassismuskritisch. Das bedeutet: Ich erkenne an, dass strukturelle Ungleichheit real ist und psychisches Erleben prägt. Ich reflektiere meine eigene Position in diesen Strukturen und ich versuche, einen Raum zu schaffen, in dem Sie nicht erklären müssen, was Sie täglich erleben.

Diese Haltung ist kein Add-on. Sie ist Teil meines fachlichen Selbstverständnisses und fließt in meine Arbeit ein, unabhängig davon, welches Thema im Vordergrund steht. 

Für wen ist dieses Angebot?

Transkulturelle Kunsttherapie in Aachen richtet sich an Sie, wenn Sie …

 

  • sich einen Raum wünschen, in dem Ihre kulturelle Biografie, Herkunft oder Migrationsgeschichte bekannt und selbstverständlich ist

  • Erfahrungen mit Rassismus oder Diskriminierung gemacht haben und diese nicht erst rechtfertigen oder erklären möchten

  • transgenerationale Muster oder Familiengeschichten spüren, die schwer greifbar, aber spürbar präsent sind

  • Fluchterfahrungen gemacht haben und Begleitung suchen, die das in seiner ganzen Komplexität anerkennt

  • das Gefühl haben, mit Ihrer vollen Lebensrealität in anderen Kontexten nicht ganz ankommen zu können

Graph und Briefpapier

Forschungsprojekt

ACCEPT ART for Refugees

ACCEPT ART ist ein Forschungsprojekt, das ACT-basierte Kunsttherapie für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund untersucht mit dem Fokus auf Traumaprävention und psychische Resilienz.

Das Projekt verbindet wissenschaftliche Fundierung mit gelebter Praxis und steht für das, wofür transkulturelle Kunsttherapie stehen kann: kreativ, forschend und politisch wach.

Kunsttherapie als Ergänzung

Transkulturelle Kunsttherapie kann eigenständig genutzt werden oder begleitend zu Psychotherapie, psychiatrischer Behandlung oder anderen Unterstützungsangeboten. Eine Abstimmung mit anderen Fachkräften ist mir wichtig und, mit Ihrer Zustimmung, selbstverständlich möglich.

Hinweis: Kunsttherapie ist ein eigenständiges Berufsfeld und kein Ersatz für Psychotherapie oder psychiatrische Behandlung. Bei akuten psychischen Erkrankungen, die eine medizinische Behandlung erfordern, bitte ich Sie, sich zunächst an eine Ärztin, einen Arzt oder eine approbierte Psychotherapeutin bzw. einen approbierten Psychotherapeuten zu wenden. Kunsttherapie ersetzt keine Psychotherapie.

Für wen ist dieses Angebot?

Was ist transkulturelle Kunsttherapie?

Transkulturelle Kunsttherapie berücksichtigt kulturelle Hintergründe, Migrationsbiografien und gesellschaftliche Machtverhältnisse als relevante Kontexte in der Begleitung. Sie arbeitet kultursensibel, rassismuskritisch und ohne die Lebenswirklichkeit von Menschen zu vereinfachen oder zu exotisieren.

Was bedeutet rassismuskritisch in der Kunsttherapie?

Rassismuskritische Kunsttherapie bedeutet: strukturelle Diskriminierung und ihre Auswirkungen auf psychisches Wohlbefinden anzuerkennen und nicht zu pathologisieren, was eine gesellschaftlich bedingte Reaktion ist. Es bedeutet, die eigene Rolle als Therapeutin in Machtgefügen zu reflektieren und Raum für diese Realität zu schaffen.

Muss ich über meine Herkunft oder Migration sprechen?

Nein. Ihre Biografie gehört Ihnen. Was Sie einbringen möchten, entscheiden Sie. Transkulturell zu arbeiten bedeutet nicht, dass Migration das zentrale Thema jeder Sitzung sein muss, sondern dass es Platz haben darf, wenn es relevant ist.

Arbeiten Sie auch auf Englisch oder in anderen Sprachen?

Sitzungen können auf Deutsch oder Englisch stattfinden. Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen zur sprachlichen Verständigung haben auch das lässt sich im Erstgespräch klären.

Für Fachkräfte

Sie begleiten Menschen mit Migrationsgeschichte, Fluchterfahrung oder Rassismuserfahrungen und möchten kunsttherapeutische Begleitung ergänzend einbeziehen?

Ich freue mich über den kollegialen Austausch und stehe für Zuweisungen und Kooperationsgespräche gerne zur Verfügung.

Im kostenlosen Erstgespräch lernen wir uns kennen.

Sie erzählen, was Sie bewegt.

Ich erzähle, wie ich arbeite.

Gemeinsam schauen wir, ob es passt.

 

Bereit für ein erstes Gespräch?

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